Die Entscheidung zur Weltreise

By 22. April 2018 Dies und Das

Es war dieser eine Moment – wir standen im Arbeitszimmer unseres Hauses und diskutierten über eine allfällige neue Zimmeraufteilung. Da wurde uns erschreckend bewusst, dass unser ältester Sohn in 7 Jahren bereits volljährig wird. Wir schauten uns an und fragten uns beide, wo sind die letzten 11 Jahre hin?

Das war der Moment in dem wir beide erkannten, dass die Zeit mit den Kindern wie im Flug vergeht. Alle die Kinder haben kennen das. Man wacht früh morgens teilweise schleppend und vielleicht sogar auch eher mal kriechend? auf – schaut, dass alle rechtzeitig aufstehen – Frühstück – Zähneputzen – “jetzt kämm dir endlich die Haare!” – “nein, es regnet heute, kurze Hosen sind eventuell nicht so praktisch” – der Kleinste wird wach und braucht eine neue Windel – Pausenbrote einpacken – Abschiedskuss für den Mann – dazwischen Schuhe schnüren – “du hast heute Turnunterricht” – “wo ist deine Tasche?” – usw. bis dann um 8.00 Uhr die grösseren Kinder aus dem Haus sind und man noch immer im Schlafanzug dasteht mit Baby auf dem Arm und einem Kleinkind am Frühstückstisch das schon länger MAMA MAMA MAMA schreit (keine Ahnung seit wann….). So gestaltet sich ab und an der eher stressige Alltag um alle Wünsche, Freizeitaktivitäten und schulischen Pflichten unter einen Hut zu bringen.

Rush Hour und Weihnachten

Ich habe meinen persönlichen Wettkampf gegen die Zeit, zu schauen, dass alle Kinder zur rechten Zeit am richtigen Ort sind, Hausaufgaben gemacht sind und das Mittagessen pünktlich auf dem Tisch steht. Und so ist nach dem Montag bereits Freitag, und am Samstag schon wieder Ende des Monats. Und schon singt man wieder „Oh Tannenbaum“ und feiert Weihnachten. Man macht und hetzt und die Zeit rinnt einem durch die Finger und die Kinder werden grösser ohne, dass man es wirklich bewusst wahrnimmt. Eins der Kinder feiert wieder Geburtstag und der jüngste Sohn passt leider auch nicht mehr in die Babystrampler welche die anderen vier alle auch getragen haben. Man hangelt sich von Ferien zu Ferien, von Insel zu Insel sozusagen und dazwischen herrscht eine laut leuchtende Rush Hour. Klar sind die Tage auch reich an Lachen, Spass und fröhlichem Chaos. Wir wandern sehr gerne und geniessen Familienzeit hier in unserem schönen Klettgau und ebenso auch in den Bergen.

Gibt es da nicht noch mehr?

Das eigentliche Gespräch über die Zimmeraufteilung verwandelte sich sehr schnell in eine Frage über Sinn und Lebensqualität  Und so entstand die Idee zu einer längeren Auszeit mit unseren Kindern. Die Vorstellung einfach ohne Zeitdruck, ohne Verpflichtungen, ohne Erwartungen an irgendjemanden von uns, gemeinsam Zeit verbringen zu können, wurde immer attraktiver. Es ist als Eltern unsere Aufgabe, unsere Kinder zur Eile anzutreiben, sie allenfalls auch im Spiel zu unterbrechen, wenn es gerade am Schönsten ist und auch wichtige Lernerfahrungen im Alltag abbrechen zu müssen, damit sie ihren Verpflichtungen wie Kindergarten, Schule und Vereinsmitgliedschaften nachkommen können. Aber wie würden sich die Tage gestalten, wenn man einfach mal das Leben laufen lassen kann? Wie wäre es, wenn die Tage ohne Planung passieren und wir als Gemeinschaft zusammen entscheiden, mit welchen Dingen wir die Stunden füllen?

Wir gehen

Nun tat sich dieser Horizont auf – Weltreise – Und umso länger wir darüber gesprochen haben, umso konkreter wurde die Idee und es stand ziemlich bald fest: Wir gehen! Alle sieben zusammen. 14 Füsse, die um die Welt reisen. Klar sind da Ängste, viele Bedenken und überhaupt so viel Unklares.  Doch genau das macht den Reiz aus. Wir haben keine Ahnung was uns erwartet, doch die Vorfreude ist riesig, zusammen dieses Abenteuer zu erleben!

Christina

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