Menschen

By 8. Oktober 2019 Dies und Das

Das Interessante auf Reisen ist unter anderem das Kennenlernen der Leute vor Ort. Vorneweg möchte ich gerne kurz erwähnen, dass ich eine gesellige Person bin, ich mag aber auch gerne meine Ruhe. Vor allem grosse Menschenmassen sind gar nicht mein Fall. Da ist es einfach zu laut, zu voll, zu stickig, da kriege ich bereits beim Gedanken daran schlecht Luft.

Länder und ihre Menschen

Was man über das Land denkt und wie sympathisch einem dieses Land schlussendlich ist, hat doch massgeblich mit den Menschen zu tun, die man dort so antrifft. Klar, man lernt natürlich nur einen winzigen Teil der Menschen kennen. Oft sind es Begegnungen von nur wenigen Minuten oder Sekunden. Doch diese sind entscheidend. So meine bisherige Erfahrung auf der Reise.

Kanada

Kanada hat mich da sehr positiv überrascht. Die Leute waren wirklich durchgehend freundlich, sehr offen und wie man so schön sagt “chatty”. Wir wurden viel angesprochen und haben so auch einiges über Kanada erfahren und über die Person selbst. Die Landschaft alleine und die Sehenswürdigkeiten oder auch die Geschichte eines Landes, sind auch interessant und vermögen es einem natürlich zu begeistern. Aber die Menschen vor Ort sind dann doch irgendwie die Seele des Landes. In Kanada habe ich mich wohl gefühlt, Haustür nie abgeschlossen, Ali hat seine iwatch verloren und eine Woche später über eine Facebook Gruppe wurde diese gefunden und sie haben uns diese zugesandt, unsere Sachen auf dem Spielplatz haben wir irgendwo deponiert und sind weiter weg gelaufen ohne, dass man sich Gedanken zu machen brauchte, das da was weg kommt. Eigentlich identisch zu der Schweiz. Unserer Meinung nach waren die Leute sogar offener und kontaktfreudiger als zu Hause.

USA

Nun sind wir in den USA. Hier ist die Luft irgendwie dünner. Sei es im Nationalpark “Stay on the Trail” und sie meinen damit wirklich, dass du absolut keinen Schritt auch nur aus Versehen 5 cm neben den Gehweg machen darfst, oder beim Baden im See wenn mein Kind sich mehr als eine Armlänge von mir weiter weg entfernt “watch your child – NOW!” oder im Disneyland wenn die Bahn zu Ende gefahren ist und du aufgefordert wirst auszusteigen (ja was bitte schön sollte ich denn nun sonst wollen?). Alles ist hier irgendwie zu laut, zu übertrieben, zu einengend, zu hell, zu kalt (Klimaanlagen brauchen hier wohl 4/5 vom Strom). Kein Wunder, dass die Leute hier fünf Türschlösser haben, alles ein und wegschliessen und grundsätzlich misstrauisch sind.

Ich habe mich sehr auf die USA gefreut. Landschaftlich ist es wirklich einfach wahnsinnig schön. Aber Klartext gesprochen sind hier einfach echt viele richtig dumme Menschen unterwegs. Ja, könnte man jetzt auch alles schön reden. Aber es muss ja Wähler gegeben haben die Ja gestimmt haben für den jetzigen Präsidenten. Hier darf kein Kind irgendwo raufklettern, es stehen da mindestens fünf Warnschilder und spätestens sobald eins der Kinder den Fuss auf die Mauer setzt, drei Personen die es ihm sofort verbieten als hätte es eine Nuklearbombe entschärft. Ebenso die Spielplätze allgemein. Diese haben Öffnungszeiten! Warum hat ein Spielplatz Öffnungszeiten? Von 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr, warum? Wir haben in Sacramento bei 37 Grad Hitze verzweifelt ein Freibad gesucht. Gibt es nicht, die Saison ist vorbei und während der Saison gibt es auch nur bestimmte Zeiten in denen man schwimmen gehen darf und natürlich nur mit gebuchtem Kurs dazu. Was zur Hölle machen Kinder denn hier? Was dürfen die denn machen und wo sind die auch alle?

Menschenverstand

Bei den Airbnb’s haben wir zum Glück einige gute Erfahrungen gemacht, leider aber auch zwei drei wirklich schlechte, bei denen es unserer Meinung nach einfach am normalen Menschenverstand fehlte beim Gegenüber. Der normale Menschenverstand scheint hier generell vom Aussterben bedroht zu sein. Na gut, warum sollte man den überhaupt brauchen? Hier ist alles angeschrieben, erklärt, zu Tode ausgetextet und nochmals erklärt. Ich musste beim Friseur einen Vertrag unterschreiben um zu bestätigen, dass ich mir die Haare schneiden lassen will….Kayne würden sagen “echt jetzt??”

Über die soziale Problematik könnte man endlose Blogbeiträge schreiben. Es ist ein Armutszeugnis, dass ein so reiches Land dies nicht organisiert bekommt. Wir gehen die Strasse entlang und ein älterer Herr steht da frühmorgens mit leerem Blick und seinem Einkaufswagen mit seinen Habseligkeiten vor sich und seine Perspektive ist gleich Null. Während die Ortschaft selbst aussieht als wäre sie ebenso planlos und ohne Konzept. Vieles scheint hier sehr unverbindlich, als würde jeder nur auf sich selbst schauen und nicht über den Tellerrand hinaus. Es wird nur im Moment gelebt, in beiden Hotels hatten wir Einweggeschirr! Die Abfallmenge muss immens sein nach nur einem Frühstück. Gefühlt ist es hier so, dass es keinen interessiert was die Person neben ihm macht oder wie die Welt morgen aussieht.

Cheers! – oder lieber nicht

Auf dem Spielplatz weichen die Eltern den Kindern kaum von der Seite und ich werde mit strafenden vorwurfsvollen Blicken angeschaut weil ich weit entfernt (5m) von meinem Kind auf der Bank sitze. Das ist mir absolut egal und wenn ich könnte würde ich da direkt ein Glas Wein darauf trinken (natürlich auf keinen Fall zu empfehlen in der USA… das wäre dann die nächste Schlagzeile hier….)

So prägen Menschen das Land und hinterlassen einen Eindruck den man schwer wieder revidieren kann. Ich hätte vor der Reise nicht gedacht, dass dies soviel ausmachen kann. Ich bin gespannt auf die Menschen in den kommenden Länder.

Christina

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