Kanada – Vancouver Island

Auf Vancouver Island waren wir einen Monat lang, daher gibt es zu dieser schönen Insel einen eigenen Blogeintrag. Warum könnt ihr hier lesen.

Ein Wohlfühl – Ort

Mit der Fähre reisen wir von Tsawwassen nach Victoria. Die Überfahrt gibt uns einen kleinen Vorgeschmack der eindrücklich ursprünglichen Natur, die uns auf der Insel erwartet. Dort angekommen, führt unser Weg mit dem Mietauto (yeah – endlich 🙂 ) nach Norden an die Ostküste der Insel. Für einen ganzen Monat haben wir ein Haus via Airbnb gebucht, dass uns als Heim auf Zeit helfen soll, den Alltagsstress abzuschütteln und anzukommen. Auf der Farm angekommen, steigen alle neugierig aus, um das Haus zu begutachten. Die letzte Unterkunft war nicht das gewesen was wir erwartet hatten. Die Bilder sahen deutlich schöner aus als es in der Realität war. Das Haus von unserem neuen Host Zoe ist genau das Gegenteil. Ein echter Traum und einfach ein absoluter Wohlfühl-Ort für uns alle. Wir geniessen den vielen Platz, die offenen hellen Räume, das Baumhaus und den Hot Tube bei Regenwetter. Zoe, die Eigentümerin des Hauses, ist wahnsinnig nett und ist uns in der Zeit in Courtenay wirklich ans Herz gewachsen.

Courtenay

In den ersten Tagen erkunden wir den Garten und das kleine Städtchen Courtney. Die vielen Street Art Wände sind uns schon auf der Fahrt aufgefallen und Courtney selbst hat auch sehenswerte Wände. Da Kayne zwar eigentlich eine Regenjacke hat, er aber in den letzten zwei Monaten wohl gewachsen ist, braucht er bereits eine neue, ebenso Sean. Die Jacke von Kayne färbt sich wenn sie nass wird und die Trucks kriegen verschiedene Farben, daher freut vor allem er sich wenn es wieder regnet. Ich richte mich in der Küche immer mehr ein und die ersten selbst gebackenen Brote gelingen auch in Kanada.

Rathtrevor und Miracle Beach 

Ziemlich schnell haben wir zwei Lieblingsplätze gefunden und bei gutem Wetter stellte sich eigentlich jeweils nur die Frage – welcher Strand? Beim Rathtrevor Beach war der Tidenhub ziemlich gross und daher echt spannend für die Kinder zu erleben, wieso das Wasser jeweils so weit weg und dann wieder ganz nahe ist. Zudem ist die Bucht so gross und so flach, dass man bei Ebbe auch zur anderen Seite zu Fuss gehen kann. Während die ersten zwei Tage jeder kleine Krebs ein Quietschen hervor lockt, ist es am dritten Tag keine Besonderheit mehr und es wird nach dem grössten Krebs gesucht. Es wurde viel gebuddelt, gebaut, gesammelt, Sandburgen gegen die Flut verteidigt und ins Meer baden gegangen. Das Wasser war aufgrund der Bucht schön warm, der Wind hat einem dann aber doch zum Frösteln gebracht. Der Miracle Beach mit den Bergen im Hintergrund ist optisch einfach noch einmal eine Stufe sensationeller und hat seinen Namen definitiv verdient. Das viele Treibholz am Strand ist perfekt um Fangen zu spielen. Immer wieder lernen wir nette Kanadier/innen kennen und erhalten viele Tipps was man noch alles entdecken könnte.

See, Fluss, Geburtstag, Comox und Cumberland

Es gäbe noch endlos viel zu erzählen, so ein Monat ist ja dann doch eine lange Zeit in der man vieles erlebt. Auf Empfehlung von unserem Host Zoe sind wir zum Puntledge Park in den Fluss baden gegangen. Man konnte von einem Felsen ins Wasser springen was sich Ally und Sean natürlich nicht lange sagen liessen. Am Comox Lake wollten wir eine Wanderung machen. Die Kanadier haben von Wanderungen aber eine andere Vorstellung. Es war eher ein Waldspaziergang und schneller zu Ende als es angefangen hat. Somit waren wir dann wieder im und am Wasser und haben uns im Standup Paddeling versucht. Grace war dann am 18. Juli unser erstes Geburtstagskind auf der Reise und ist nun bereits 5! Einer unserer Lieblingsorte wurde das kleine Dörfchen Cumberland. Der Spielplatz da ist einfach gigantisch und die Hauptstrasse mit ihren zahlreichen kleinen Läden einfach toll um ein bisschen Schaufenster-Sightseeing zu machen. In Parksville haben wir einen Sandskulpturen Wettbewerb besucht und jeder suchte sich seine Lieblingsskulptur aus.

Ucluelet und Tofino

Während dem ganzen Monat waren wir an der Ostküste der Insel. Nachdem aber gefühlt überall von Tofino berichtet wird und viele Wandervorschläge, Ausflugstipps etc. rund um und in Tofino empfohlen werden, haben wir entschieden für einen Tag dahin zu fahren. Die Erwartungen waren gross, die Realität… ernüchternd. Tofino ist zwar ein kleines herziges Dörfchen aber komplett überlaufen und total zugestellt mit Autos und vielen vielen Touristen. Wir waren an einem Dienstag da, ich möchte nicht wissen wie es am Wochenende da aussieht. In Ucluelet sind wir den Lighthouse Trail gewandert (spaziert). Dieser war wirklich schön. Die wilde Küste mit den Steinen wirklich eindrucksvoll. In Tofino selbst haben wir schlussendlich nur das Auto gewendet und sind zum Long Beach im Pacific Rim Nationalpark. Der ist wahnsinnig gross und weit und wunderschön und man hat nicht das Gefühl in Kanada zu sein, bis man dann den Fuss ins Wasser hält.

Fazit Vancouver Island

Zuerst zu den Kosten. Die Lebensmittel auf Vancouver Island sind teilweise recht teuer. Vergleichbar mit Schweizer Preisen aus dem Coop. Mit der Zeit wussten wir jedoch welche Lebensmittel in welchem Laden günstiger zu bekommen sind und konnten so doch fast immer unser Tagesbudget einhalten. Wir haben hauptsächlich zu Hause gekocht und gegessen und für unterwegs oft Sandwichs, Früchte und co. mitgenommen.

Die Insel hat sehr viel zu bieten. Zahlreiche kleinere Wanderungen zu Wasserfällen oder durch den Wald ebenso wie mehrtägige Küstenwanderungen z.b. den legendären West Coast Trail im Süden des Pacific Rim Nationalparks. Dieser ist für Kinder welche das Alter unserer Kinder haben aber definitiv zu anspruchsvoll. Es gibt unzählige schöne Spots am Meer an der Ostküste, viele kleine Städtchen und Dörfer, an denen es fast täglich einen Farmer Market gibt mit kleinen Ständen aus der Region. Viele Sehenswürdigkeiten welche man im Internet findet, werden grösser dargestellt als sie sind. In der Realität dann meist eher sehr überschaubar, aber nicht weniger toll. Uns hat die Ostküste sehr gut gefallen mit den verschiedenen Stränden und dem ländlichen Wohnen. Die Kanadier/innen sind so herzlich und freundlich, dass wir es wirklich schade finden, weiter ziehen zu müssen. Bei der Dauer des Aufenthaltes sind wir über die gewählten vier Wochen mässig zufrieden. Entweder hätte man zwei oder maximal drei Wochen bleiben müssen um dann weiter zu ziehen, oder direkt zwei oder drei Monate dort bleiben sollen. Vier Wochen waren zu kurz um gerade frisch geschlossene Freundschaften vertiefen zu können und doch irgendwie zu lange für nur flüchtige Bekanntschaften. Nach zwei Wochen hat man angefangen sich für länger einzurichten und hat sich heimisch zu fühlen und musste gefühlt doch direkt wieder packen. Vancouver Island war für den Start unserer Reise perfekt gewählt und wird uns sehr gut in Erinnerung bleiben.

 

Christina

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